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Fahrzeuge der österreichischen Schmalspurbahnen
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1888-1918  |  1919-1945  |  1946-heute  |  Wagen
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Triebfahrzeuge vor dem 1. Weltkrieg
Die Triebfahrzeuge der österreichischen Schmalspurbahnen sind erstaunlich einheitlich konstruiert. Ihre ursprüngliche Bezeichnung leitet sich vom ersten Einsatzort der Lokomotiven ab, wobei ein angehängtes "v" eine Nassdampf-Verbundtype und ein angehängtes "h" eine Heißdampflokomotive kennzeichnen. Elektrolokomotiven wurden durchwegs als "E" bezeichnet. Viele Fahrzeuge wurden bei nachfolgenden Bahnverwaltungen umnummeriert und stehen großteils auch heute noch im Einsatz. (¹...Denkmal     ² ...in Aufarbeitung     ³... betriebsfähig)

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Reihe S
Mit dem ersten Baujahr 1888 stellt sie die Urmutter der österreichischen Schmalspurlokomotiven dar. Sie besitzt schon die für so viele Typen charakteristische Achsfolge C1, wobei die Treibachsen in einem Innenrahmen liegen, der im Bereich der Nachlaufachse zu einem Außenrahmen wird, um Platz für die recht große Feuerbüchse zu bieten. Sie wurde in zwei Typen hergestellt, wobei die Ursprungstype mit langer Rauchkammer in mehreren Versionen für die Steyrtalbahn, die SKGLB und die Lokalbahn Mori–Arco–Riva gebaut wurde, die zweite Version mit kurzer Rauchkammer in sieben Exemplaren für die SKGLB. Die Steyrtalbahn erhielt noch 1914 eine auf dieser Reihe basierende Lokomotive mit der Nummer 6. Bei den ÖBB erhielten sie die Bezeichnung 298.100, ausschließlich jene Fahrzeuge, die zu den StLB gelangten, wurden als Reihe S bezeichnet. Erhaltene Loks in Österreich: 298.102³, StB 4 "Molln", SKGLB 4³, 5³, 7, 9, 11, 12³, 298.106

Bild: Steyrtalbahn 4 "Molln" der ÖGLB

Zweikuppler für SKGLB und StLB
Krauss Linz stellte in den Jahren 1890-92 mehrere Werkslokomotiven her, aus denen sich diese Type ableitet. Erhalten geblieben ist hiervon in Österreich nur die Nr. 2 der StLB "Stainz".

Reihe Z
Entstanden aus der Reihe S, jedoch mit kurzer Rauchkammer und ohne Nachlaufachse und dazugehörigem Außenrahmen. 1893 wurde diese Serie erstmals für die StLB für die Strecke Kapfenberg–Au-Seewiesen gebaut, ihren Typennamen erhielt sie erst durch ihre 1898 gebauten Schwestermaschinen in Zell am See, die sich in einigen Details von den steirischen Maschinen unterschieden. Die StLB 6 ist als einzige erhalten geblieben.

Reihe U
Diese Baureihe wurde in über 50 Exemplaren gebaut und stellt den Standardtyp österreichischer Schmalspurdampflokomotiven dar. Sie ist eine leistungsstärkere Weiterentwicklung der S mit kürzerer Rauchkammer und wurde erstmals 1894 von Krauss & Cie. in Linz für die Murtalbahn (U= Unzmarkt) gebaut. Nach 1918 verblieben einige Maschinen in den Nachfolgestaaten der Donaumonarchie, von denen die ehemalige U.12 als einzige als U37.002 in der Tschechischen Republik betriebsfähig ist. Das letzte Exemplar, die U.44, wurde erst 1922, als es schon längst modernere Typen gab, für die StLB hergestellt. Bei den ÖBB erhielt die Reihe U die Bezeichnung 298. In Österreich sind folgende Lokomotiven erhalten geblieben: 298.05, 24, 25³, 51, 52², 53², 54, 55¹, 56³, U.7, 8³, 9¹, 11³, 40, 43, 44, ZB 1¹, 2³

Bild: 298.52, ex NÖLB U.2 der ÖGEG als Museumslokomotive auf der Steyrtalbahn

Reihe Yv
Diese Baureihe umfasst nur 3 Lokomotiven, da sie 1896 gebaut wurde, als die Reihe U ihren Siegeszug schon angetreten hatte. Obwohl leistungsstärker, neigte ihr anfängliches Außenrahmendrehgestell zu Entgleisungen, was erst durch den Umbau auf Innenrahmen beseitigt werden konnte. Bei den ÖBB bekamen sie die Bezeichnung 598. Erhalten sind: Yv.1¹, 2³, 3²

Bild: 598.01, ex Yv.1, als Denkmal in Eichgraben

Reihe T
Sie stellte eine kleinere und schwächere Variante der Reihe U dar und wurde 1898 in drei Exemplaren für die Gurktalbahn und in zwei für die Vellachtalbahn gebaut. Bei den ÖBB bekamen sie die Bezeichnung 198. Eine Lokomotive dieser Type ist noch erhalten, allerdings nicht in Österreich.

Reihe Uv
Eine Weiterentwicklung der Reihe U aus dem Jahr 1902 als Nassdampf - Verbundvariante für die NÖLB. Sie wurde in weiterer Folge auch von der kkStB und der Zillertalbahn beschafft. Sie zeichnet sich durch höhere Leistung aus. Bei den ÖBB bekamen sie die Bezeichnung 298.2. Erhaltene Lokomotiven: 298.205³, 206¹, 207², ZB 3³


Bild: Uv.1, ex ÖBB 298.205 in Museumsausführung

Komarek-Dampftriebwagen
Im Jahr 1903 wurden drei 2-achsige Dampftriebwagen an die NÖLB zum Einsatz auf der Mariazellerbahn, der Krumpe und im Waldviertel geliefert. Auch die Pinzgauer Lokalbahn erhielt ein ähnliches Fahrzeug. Sie entsprachen nicht und wurden bald aus dem Verkehr gezogen. Das gleiche Schicksal ereilte auch die 1906 gebauten 1B2-Fahrzeuge des selben Herstellers.

LBP-H Reihe E
Diese erste Elektrolokomotive in Spurweite 760mm wurde 1903 für den Karawankentunnelbau hergestellt und versieht noch heute ihren Dienst auf der Museumsbahn Payerbach–Hirschwang. Sie diente vor allem für den Transport von Papier von und zur Papierfabrik in Hirschwang. Durch mehrfachen Umbau entstand in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts ihr heutiges Aussehen, ebenso wurde 1927 ein ähnliches Exemplar nachgebaut. Erhaltene Fahrzeuge: E I³, II², III¹, IV

Bild: EI der LBP-H, heute im Eigentum der ÖGLB

NÖLB P
Diese kleine, 3achsige Maschine, Baujahr 1904 fand auf der Mariazellerbahn ihr Einsatzgebiet hauptsächlich bei Bauzügen. Sie war nur kurze Zeit im Bestand.

Reihe Uh, später Bh
Eine Weiterentwicklung der Reihe U bzw. Uv war die 1905 gebaute Uh.1 der NÖLB, die erste Heißdampflokomotive der österreichisch-ungarischen Monarchie. Sie entsprach sehr gut, wurde aber nicht weiter gebaut. Mit dem Erscheinen der 1928 gebauten Reihe Uh wurde sie nach ihrem damaligen Heimatbahnhof Bregenz in Bh umbenannt.  Bei den ÖBB bekam sie die Bezeichnung 398. Heute ist sie betriebsfähig bei den Steiermärkischen Landesbahnen.

Bild: Bh.1 der StLB

ZB 4
Diese 1905 gebaute Maschine mit der Achsfolge 1B wurde mit einem Fülltrichter für Einmannbetrieb geliefert, der sich jedoch nicht bewährte und schon bald ausgebaut wurde. Wegen ihrer geringen Leistung wurde die Lokomotive 1957 ausgemustert und verschrottet.

Reihe Mh
Für die Mariazellerbahn der NÖLB wurden ab 1906 diese schweren D2st-h2 Lokomotiven gebaut. Konstruktiv waren sie an die kurz zuvor nach Bosnien gelieferten Fahrzeuge der Reihe 83 angelehnt, besaßen jedoch keine Nachlaufachse und statt dessen einen Stütztender. Sie erwiesen sich aber bald als zu schwach für die Wallfahrerzüge und wanderten nach der Elektrifizierung ihrer Stammstrecke vor allem ins Waldviertel ab. Bei den ÖBB bekamen sie die Bezeichnung 399. Erhaltene Fahrzeuge: NÖVOG Mh.1³, SLB Mh.2, SLB Mh.3³, NÖVOG Mh.4³, 399.05, NÖVOG Mh.6³

Bild: Mh.6 in Museumsausführung

NÖLB R
Ein kleiner C-Kuppler, hauptsächlich für den Bauzugdienst. 1907 gebaut schied er auch bald aus dem NÖLB-Bestand aus.

Reihe Mv
Die 1907 in zwei Exemplaren gebaute Schwestertype der Mh war eine Nassdampf-Verbundlokomotive, die aber deutlich schwächer war als die Heißdampfversion. Bei den ÖBB bekamen sie die Bezeichnung 299. Ihre Rahmen dienen heute als Schneepflug-Fahrwerke.

Triebwagen der Straßenbahn Ybbs
1907 gebaut standen die zwei Triebwagen bis zur Einstellung ihres Heimatbetriebs 1953 und anschließend auf der Lokalbahn Mixnitz–St. Erhard im Dienst. Sie erhielten im Lauf ihres Lebens einen zweiten Fahrmotor und eine Führerstandsverglasung. Triebwagen 1 wurde 1964 verschrottet, Nr. 2 befindet sich heute im Historama in Ferlach. Auch ein Triebwagen der Straßenbahn in Dubrovnik, Kroatien, wird in Österreich im Historama in Ferlach erhalten.

Bild: Triebwagen 2 der Straßenbahn Ybbs mit offenen Plattformen

Reihe Cv
Die einzige Maschine dieses Typs, die auf dem Gebiet des heutigen Österreich in Betrieb stand, war die SKGLB 20. Sie fand hauptsächlich im Güterverkehr Verwendung. Eine vom Aussehen recht ähnliche Maschine, die 764-219, beschaffte der Club 760 aus Rumänien.


NÖLB Reihe E
Obwohl diese Type durch ihren zwischen 1959 und 1961 neu aufgebauten Kasten nicht so wirkt, stand sie mit Baujahr 1910 über 100 Jahre lang im Planverkehr. Im ÖBB-Schema als 1099 bezeichnet existierte sie weiterhin fast vollständig, lediglich eine Lokomotive wurde nach einem Unfall ausgeschieden. Im Jahr 2010 wurden alle verbliebenen Maschinen an die NÖVOG übergeben, die seit 2014 nur mehr drei Stück einsetzt und sie wieder als Reihe E bezeichnet.

Bild: ÖBB 1099 in Umbauform mit neuem Kasten

Reihe P
1911 für die heute eingestellte Lokalbahn Triest–Parenzo konstruiert, fand diese D1-Type auch im heutigen Österreich ihr Einsatzgebiet auf der Strecke nach Ruprechtshofen. Bei den ÖBB bekamen sie die Bezeichnung 199. Heute gibt es in Österreich nur mehr die 199.02, die nicht betriebsfähig in Treibach-Althofen steht.

LBM-StE Reihe E
1913 wurden die E1 und E2 zur Betriebsaufnahme der Lokalbahn Mixnitz–St. Erhard beschafft und stehen dort weiterhin vollzählig in Betrieb. Laut Augenzeugenberichten sollen sie durch ihren hohen Schwerpunkt und kurzen Achsstand mehrmals entgleist und durch ihre geringe Masse auch öfters liegen geblieben sein. Dennoch bewältigten sie bis 1957 den gesamten Verkehr der Lokalbahn ohne nennenswerte Probleme. Heute werden sie hauptsächlich im Verschub verwendet.

Bild: E2 der LBM-StE

StLB 7911, 7912 und 7914
Die drei B-Tenderlokomotiven wurden 1916 für die Lamingtal-Schleppbahn gebaut. Nachdem sie dort von stärkeren C-Kupplern abgelöst worden waren, kamen sie über die Schleppbahn Birkfeld-Ratten zu den StLB. Bis 1943 wurden alle Maschinen ausgemustert.


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