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Wald- und Industriebahnen in Slowenien
In Slowenien existierten neben den öffentlichen Schmalspurstrecken auch mehrere Wald- und Industriebahnen. Der Großteil war in 600mm Spurweite ausgeführt, es existierten aber auch einige Bahnen, die die Spurweite 760mm verwendeten.

Bild: Lokomotive O-IX des Stahlwerks Jesenice, wieder als 71-012 bezeichnet, im Eisenbahnmuseum Ljubljana. (Foto vom 26.7.08


Waldbahn Mislinja–Komisija:
Die 12 km lange Strecke wurde 1903 eröffnet und war elektrifiziert. Die zweiachsige "mašina" zog Lorenzüge zu den Verladestellen, die Talfahrt der beladenen Züge erfolgte in Gravitationsfahrt, wobei sich auf jeder Truckeinheit "bremzerji" befanden. Die Strecke wurde 1957 stillgelegt.
Waldbahn Žage na Rogu: Diese Strecke war zwischen 1895 und 1932 in Betrieb, hatte eine Länge von 35km und verfügte über zwei Lokomotiven und 30 Wagen. Reste der Trasse sind noch heute sichtbar.
Waldbahn Lendava–Bogojina: Die Strecke wurde 1917 eröffnet, erreichte eine Ausdehnung von 15 km und hatte drei Dampflokomotiven in Betrieb. Die Einstellung erfolgte 1941.
Waldbahn Hrastnik: Die Waldbahnstrecke Hrastnik–Selška dolina wurde Anfang der 20er-Jahre des 20. Jahrhunderts auf einer Länge von 2 km eröffnet. Die Loren wurden von den Holzknechten händisch zu den Verladestellen geschoben. Die Stillegung erfolgte 1933.

Waldbahn Donačka Gora:
Die Strecke der Waldbahn Donačka Gora war 4 Kilometer lang und von 1924 bis 1932 in Betrieb. Die Loren wurden von Pferden gezogen.
Waldbahn Kolovec: Diese handbetriebene Waldbahn war zwischen der Jahrhundertwende und den 20er-Jahren in Betrieb.
Kindereisenbahn Ljubljana: In der slowenischen Hauptstadt Ljubljana (Laibach) gab es eine 3,8 km lange Pionierbahn, die 1948 eröffnet wurde und zwischen den Bahnhöfen TV15 und Trnovski gozd verkehrte. Im Einsatz stand die 178-003 der JDŽ, die die Personenzüge bespannte. Für Arbeitseinsätze existierten zweiachsige, offene Feldbahnloren. Die Einstellung erfolgte 1954 wegen des schlechten Streckenzustandes.

Bild: Lokomotive vom Wocheinertunnelbau in Reichenau, Österreich: Das erhöhte Dach ist eine spätere Zutat. (Foto vom 11.5.03)

Industriebahn des Stahlwerks Jesenice: Das Stahlwerk Jesenice besaß neben einer normalspurigen Anschlussstrecke auch eine 760mm-spurige Industriebahn, die vorerst mit Dampflokomotiven betrieben wurde. Von diesen blieben die O-I, ein Zweikuppler von Krauss, Linz, die O-II, eine Bt- Maschine von Orenstein und Koppel, die O-IV, eine Schwestermaschine der StLB 2 "Stainz", ex Lokalbahn Poljčane–Slovenske Konjice, die O-V eine zweiachsige Krauss- Maschine ex Stahlwerk Witkowice, die von 790 mm umgespurt wurde, sowie die Orenstein & Koppel-Dreikuppler O-VIII, O-IX (s. Bild oben) und O-XI  museal erhalten. Letztere kam als Denkmal nach Zreče. Ebenso wurden die Elektrolokomotiven E-I (AEG Wien) sowie E-II und E-IV, beide gebaut von Elin in Weiz, vor der Verschrottung bewahrt.

Werkbahn beim Bau des Wocheinertunnels: Diese Strecke wurde 1906 auf der Baustelle des Wocheiner-Eisenbahntunnels zwischen Podbrdo und Bohinjska Bistrica angelegt um Werkzeuge in und Aushubmaterial aus dem Baustellenbereich zu befördern. Der Betrieb wurde mit den schon beim Karawankentunnelbau verwendeten Rollmaterial durchgeführt: kleine, zweiachsige Elektrolokomotiven beförderten zweiachsige Wagen, meist mit Holzrahmen ausgestattet. Einige Fahrzeuge übersiedelten 1918 auf die Lokalbahn Payerbach–Hirschwang in Niederösterreich.