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Wald- und Industriebahnen in der Slowakei
In der Slowakei gab es neben den öffentlichen Strecken auch schmalspurige Wald- und Industriebahnen, von denen ein großer Teil in der in der österreichisch-ungarischen Monarchie weit verbreiteten Spurweite von 760mm ausgeführt wurde:

Waldbahn Bystričany: Die 1896 eröffnete Waldbahn Bystričany–Uhlište–Ráztoky–Bystričanska dolina wurde bis nach dem 1. Weltkrieg mit Pferden betrieben. 1918 kamen zwei Dampflokomotiven auf die Strecke, eine von Smoschewer und eine RIIIc von Krauss, Linz, die auf 760 mm umgespurt wurde. 1956 wurde die Bahn verdieselt und 1960 eingestellt.

Waldbahn Bánovce nad Bebravou: Die 15,5 km lange Strecke Bánovce nad Bebravou–Kšinná wurde 1922 eröffnet und mit einer Dampflokomotive von Orenstein & Koppel und Motordraisinen betrieben. Die Einstellung erfolgte 1938

Bild: Wald- und Industriebahnflair verströmt die Museumsbahn Nitra. U 36.001, U 35.901 und eine umgebaute BHE 50 in der Station Skanzen

Waldbahn Čemerné:
Die Waldbahnstrecke Čemerné–Zámutov–Ráztoky wurde 1906 auf einer Länge von 18 km eröffnet. Sie nahm ihren Ausgang im Bahnhof Vranov nad Topl'ou und brachte Holz aus den umliegenden Wäldern. Ursprünglich in Privatbesitz, wurde sie 1924 verstaatlicht. Im 2. Weltkrieg diente sie strategischen Zwecken, danach wurde die Strecke auf 13 km verkürzt. Die Einstellung erfolgte 1957, von der Trasse sind noch Reste erhalten.

Waldbahn Diviaky: Die Waldbahn Diviaky–Dubové wurde 1920 eröffnet und besaß eine Streckenlänge von 12 km. In Betrieb standen die zwei Dampflokomotiven "Ilonka" und "Janči". Die Einstellung erfolgte schon 1922, von der Strecke sind noch Reste sichtbar.

Waldbahn Hlivištia: Die um 1900 erbaute Waldbahn war wahrscheinlich eine der ältesten der Slowakei. Die Traktion der Holzloren erfolgte mit Pferden, das Wenden am Ende des Tals erfolgte über eine Schleife. Eine der ursprünglich sechs Brücken ist erhalten geblieben, vom Rest der Trasse sind noch Teile erkennbar.

Waldbahn Hnojné:
Die Waldbahn Hnojné–Jovsianské kúpele wurde 1905 auf einer Länge von 7 km erbaut. 1922 wurde eine Verbindung mit der Waldbahn Michalovce in Lúčky na lesnú sowie Ausbauten nach Jovsa und weiter nach Porúbsky potok hergestellt, wobei eine Gesamtlänge von 22,6 km erreicht wurde. In Betrieb standen zwei Dampflokomotiven namens Michael und Zuzka. Die Einstellung erfolgte 1939.

Bild: Die dieselelektrische Lokomotive System Gebus TU 24.901, gebaut von Stavostroj Radotín,auf der Čiernohronská železnica in Čierny Balog, wie sie in Hontiánske Tesare verkehrte


Waldbahn Hontiánske Tesare: Die vor dem ersten Weltkrieg eröffnete, 8 km lange Strecke Hontiánske Tesare–Ladzany wurde vorerst mit Pferden betrieben und diente dem Holztransport. Während des 1. Weltkrieges wurde sie um 9 km nach Klastava verlängert und der Lokomotivbetrieb eingeführt. Nach dem Krieg erfolgte eine weitere Ausdehnung nach Záholík pod Sitnom auf eine Gesamtlänge von 36 km. Neben den Dampflokomotiven kam auch eine Motorlokomotive System Gebus, gebaut von Stavostroj Radotín, zum Einsatz. Die Einstellung erfolgte 1952, wobei ein Teil der Lokomotiven nach Topoľčianky und Vígľaš gelangte.

Waldbahn Hriňová: Die 1906 eröffnete, 26 km lange Waldbahn Hriňová–Periská diente zur Versorgung des Sägewerks am Ausgangspunkt mit Holz. 1917 wurde der Oberbau verstärkt, es verkehrten Dampflokomotiven wie die U 175.48. 1962 wurde die Strecke eingestellt und ein Teil der Trasse von einem Stausee überflutet. Einige Relikte sind jedoch heute noch zu sehen.

Industriebahn Jelsava: Die 760 mm-spurige Industriebahn des Eisenwerks Jelsava verfügte über eine Dampflokomotive von Škoda.

Waldbahn Kamenica nad Cirochou: Die Strecke Kamenica nad Cirochou–Habeš wurde 1933-1935 eröffnet und war 17 Kilometer lang. Transportgüter waren hauptsächlich Stammholz, das nach Kamenica gebracht wurde. Es standen zwei, später vier Dampflokomotiven zur Verfügung. Nach der Einstellung wurde die Strecke abgetragen und die Henschel- Maschine Nr. 222, 20036/1923 ex VLS H. Planá in Kamenica nad Cirochou als Denkmal aufgestellt.

Waldbahn Kamenica nad Uhom: Schon in den 1890er-Jahren wurde eine Pferdebahn mit Spurweite 700 mm zwischen Kamenica nad Uhom und Suchá huta eröffnet, die um 1920 auf 760 mm umgespurt wurde. Sie wies eine Länge von nur 1,5 km auf, bevor sie 1928 auf ca. 5 km nach Balova verlängert wurde. Der Zeitpunkt der Einstellung ist unbekannt.

Bild: Die wieder betriebsfähige Rába-Maschine TU45.001, ex M 042-027, im Einsatz auf den Waldbahnen Vígľaš und Ľubochňa, verschiebt auf der Čiernohronská železnica (Schwarzgranbahn) in Čierny Balog


Waldbahn Kriváň:
Die Waldbahnstrecke Kriváň–Hriňová wurde im 1. Weltkrieg eröffnet und mit der Entstehung der Tschechoslowakei als eigener Staat wieder eingestellt. Später wurde sie teilweise wieder aufgebaut und erreichte eine Länge von 23 km. Es verkehrten drei Dampflokomotiven von O&K und ČKD. Die Einstellung erfolgte 1962.

Waldbahn Lednické Rovne:
Die knapp an der heutigen Grenze zu Tschechien gelegene Waldbahn Lednické Rovne–Zubák wurde 1919 auf einer Länge von 26 km in Betrieb genommen und diente ausschließlich dem Holztransport, der mit zwei D- gekuppelten Dampflokomotiven, die bei Krauss/Linz und O&K gebaut wurden, durchgeführt wurde. Weiters standen zwei Draisinen zur Verfügung. Die Strecke wurde schon 1953 eingestellt und die Fahrzeuge nach L'ubochňa abgegeben. Von der Trasse sind heute noch Reste sichtbar.

Waldbahn Lozorno: Die von 1920 bis 1935 in Betrieb stehende Waldbahn Lozorno–Suchý pótok–Prepadlé wurde mit zwei Dampflokomotiven betrieben, die von Orenstein & Koppel und Budapest gebaut wurden. Im Verlauf der Strecke befanden sich zwei Brücken. Die Trasse ist noch heute im Gelände erkennbar.

Waldbahn Ľubochňa–Močidlá: Die mit 550V Gleichstrom elektrifizierte Waldbahnstrecke wurde 1904 eröffnet und hatte eine Länge von 20 Kilometer. Die zweiachsigen Elektrolokomotiven der Erstausstattung, die mit Mittelführerstand und zwei kurzen Vorbauten sowie Lyrastromabnehmer ausgestattet waren, stammten von Ganz, Budapest, 1957 kamen auch zwei Triebwagen der Lokalbahn Trenčianska Teplá–Trenčianske Teplice auf die Strecke. Es existierten auch drei Dampflokomotiven mit den Namen "Anča", "Silva" und "Ferdinand" sowie mehrere Diesellokomotiven, unter anderem zwei vierachsige Rába-Maschinen der Type M 042. Die Einstellung erfolgte 1966.

Waldbahn L'uborča:
Die 14 km lange Waldbahn L'uborča–Podkopaná wurde 1918, vorerst mit Pferdetraktion, eröffnet. Zuletzt mit Motorlokomotiven von Orenstein & Koppel und dieselelektrischen Lokomotiven System Gebus, gebaut von Stavostroj Radotín, betrieben, wurde die Strecke 1965 eingestellt.

Waldbahn Makov:
Die Waldbahn Makov–Kopanice wurde um 1921 errichtet und verfügte über eine Streckenlänge von etwa 6 km. Das Einstellungsdatum ist nicht bekannt, die Strecke dürfte aber nicht lange in Betrieb gewesen sein.

Bild: Eine O&K MD-2, wie sie auf der Waldbahn L'uborča im Einsatz stand, in Čierny Balog.

Waldbahn Malyj Bereznyj: Um 1900 wurde die Waldbahn Malyj Bereznyj–Zavosina auf einer Streckenlänge von 6 km mit einer 2 km langen Zweigstrecke nach Petričela mit einer Spurweite von 700 mm eröffnet. Auf 760 mm umgespurt verkehrten dort 12 Wagen für den Holztransport. In den 1920er-Jahren wurde die Strecke eingestellt.

Waldbahn Medzilaborce: Die Waldbahn Medzilaborce wurde 1922 zwischen Medzilaborce und Malá Pol'ana auf einer Länge von 13 km für den Holztransport zum Sägewerk am Ausgangspunkt eröffnet. 1925 erfolgte die Verlängerung nach Havaj, wodurch nun 21 km befahrbar waren. In Pol´ana befand sich ein Gleisdreieck und eine ca. 9 km lange Stichstrecke, die jedoch bereits um 1930 wieder abgebaut wurde. 1927 wurde ein weiterer Abschnitt nach Repejov in Betrieb genommen, die gesamte Streckenlänge erhöhte sich auf 30 km. Vorerst wurde animalische Traktion vorgesehen, 1923 fuhr jedoch die erste Dampflokomotive, gebaut von der Lokomotivfabrik Smoschewer, der eine zweite folgte. 1935 wurde die Holzbringung auf Traktoren umgestellt und die Lokomotiven 1937 verkauft.

Waldbahn Moravský Ján: Die 18 km lange Waldbahn Moravský Ján–Dúbrava–Hrabovec–Studienka–Tŕnie/Kobyliarka–Savarová wurde 1919 eröffnet und stand bis 1947 in Betrieb

Waldbahn Muráň: Nach der Windwurf- und Schneebruchkatastrophe im Winter 1914/15 blieben im Gebiet um Muráň rund 300.000 m³ Schadholz zurück. Zu dessen Beseitigung wurde 1915 eine 1,2 km lange, 760mm-spurige Waldbahn errichtet. Die drei Maffei-Lokomotiven beförderten täglich zwei Zugpaare. Die Strecke bestand bis in die 30er-Jahre und wurde danach abgetragen. Heute sind noch Teile der Trasse, der Lokschuppen und einige Brückenreste erhalten.

Waldbahn Nálepkovo: Die 1906 zwischen Nálepkovo und Henclová in Betrieb genommene Waldbahnstrecke wurde mit je einer Dampflokomotive von Orenstein & Koppel und der Lokomotivfabrik Budapest betrieben. Ihre gesamte Streckenlänge betrug 7,5 km. Die Einstellung erfolgte im Jahr 1960.

Waldbahn Perečín: Die 7 km lange Waldbahn Perečín–Popričný wurde mit ihrer 3 km langen Zweigstrecke Pod Skalou–Holica um 1900 mit einer Spurweite von 700 mm eröffnet. 1910 wurde sie auf 760 mm umgespurt. 5,2 km des Netzes konnten mit Dampflokomotiven befahren werden, auf dem Rest herrschte Pferdetraktion. Überdies existierte noch die Industriebahn des Chemiewerks Bantlin in Perečín, in welcher der Waldbahnbetrieb aufging. Die Einstellung erfolgte in den 1920er-Jahren.

Bild: Die U36.001 der Museumsbahn Nitra verkehrte als Werkslokomotive im Stahlwerk Podbrezová

Waldbahn Podbiel:
Die Waldbahn Podbiel–Habovka wurde 1920 eröffnet. Die Traktion der Holzzüge besorgte eine Dampflokomotive, die 1936 an die Waldbahn Kysuce–Orava abgegeben wurde. Nach einer vorübergehenden Stillegung von 1928 bis 1931 wurde der Betrieb wieder aufgenommen, wobei die Strecke 1934 nach Brestová verlängert wurde. Eine Überflutung im selben Jahr brachte jedoch das Ende der Bahn.

Industriebahn des Stahlwerks Podbrezová: Die Industriebahn des Stahlwerks Podbrezová war 5km lang und erstreckte sich bis Hronec. Der Abschnitt ab Chvatimech blieb als Teil der Čiernohronská železnica (Schwarzgranbahn, die heute als Museumsbahn betrieben wird, erhalten. Im Einsatz standen ursprünglich Dampflokomotiven, die zum Teil von der Waldbahn stammten. Später wurde der Lokomotivbestand durch Maschinen von ČKD und Škoda ergänzt. Die Strecke ist heute abgetragen, das Stahlwerk existiert jedoch noch und wird weiterhin von einer normalspurigen Anschlussbahn bedient.

Waldbahn und Pionierbahn Prešov: Die Schmalspurstrecke Prešov–Pusté Pole wurde 1916 als Waldbahn mit einer Streckenlänge von 20 km in Betrieb genommen. Der Fahrpark bestand anfangs aus zwei Dampflokomotiven, denen 1925 und 1949 je eine weitere Maschine folgten, und zweiachsigen Holztrucks. Die Stillegung des Waldbahnbetriebs erfolgte 1954/55. 1958 wurde die Strecke als Pionierbahn reaktiviert. Es verkehrten zwei Maschinen der Reihe U sowie die Mallet U47.002, die danach als Denkmal in Prešov aufgestellt wurde. Ab 1962 kamen zwei Dieseltriebwagen aus Jindrichův Hradec, nämlich der M21.003 und 004, zum Einsatz. 1969 wurde der Betrieb eingestellt, die Fahrzeuge und Gleisanlagen wurden lange Zeit nicht entfernt.

Bild: Der betriebsfähige Tatra-Triebwagen M21.004, ex Pionierbahn Prešov im Heizhaus Čierny Balog am 6.7.08

Waldbahn Remetské Hámre: Die Waldbahn Michalovce–Remetské Hámre–Morské oko wurde 1924 mit einer Spurweite von 760 mm eröffnet, nachdem das Holz ab 1906 mit Ochsen und Pferden auf einfachen Wagen auf hölzernen Schienen gebracht worden war. Die Strecke war zur Zeit ihrer größten Ausdehnung 43 km lang, es verkehrten die Lokomotiven "Otto", die 1905 bei Krauss in Linz unter der Fabriksnummer 5278 gebaut worden war, "Ernest",  sowie eine Budapester Maschine. Für den Holztransport zum Sägewerk in Remetské Hámre standen einfache Loren zur Verfügung, es wurde aber auch Personenverkehr durchgeführt. Nach dem 2. Weltkrieg begann der Einsatz von Diesellokomotiven, die Einstellung der des letzten, 11 km langen Teilstücks erfolgte 1972. Die Lokomotive "Otto" blieb erhalten, an der ehemaligen Strecke ist das Wrack einer zweiten Maschine zu finden.

Waldbahn Rohožník Bereits 1892 wurde die erste Strecke in 600 mm Spurweite verlegt und mit Dampf- und animalischer Traktion betrieben. Das Netz Rohožník–Malacky(–Hlboké) wurde daraufhin laufend erweitert. In den 1920er-Jahren kamen die ersten Diesellokomotiven, und alle Strecken, die eine Gesamtlänge von über 50 km erreichten, wurden auf 760 mm umgespurt. Ab 1938 wurden einzelne Abschnitte eingestellt, bis 1960 der letzte Zug fuhr.

Waldbahn Ruský Hrabovec: Die 2,6 km lange Waldbahn Ruský Hrabovec–Ruská Bystrá verfügte über eine 2 km lange Zweigstrecke nach Stežná wurde mit Pferden betrieben und nach dem 1. Weltkrieg eingestellt

Waldbahn Smolnícka Huta: Die Waldbahn Smolnícka Huta–Kotlina begann im Endbahnhof der Meterspurbahn Gelnica–Smolnícka Huta, auf der vier Dampflokomotiven verkehrten, von denen die U36.003 "Katka" erhalten ist und mit Baujahr 1884 die älteste Schmalspurlokomotive in der Slowakei darstellt. Die 1907 eröffnete, 7 km lange 760mm-Strecke transportierte Holz aus den umliegenden Wäldern zum Sägewerk Beckengrund. Die Linie verfügte über vier Zwischenhalte, Steigungen bis 50‰ und einen minimalen Kurvenradius von 50m. Es verkehrte je eine Dampflokomotive von Jung und aus Budapest sowie rund 25 Güterwagen. In den 30er-Jahren wurde eine Dampfmaschine abgegeben und durch eine Motorlokomotive ersetzt. Heute ist die Bahn eingestellt, von der Trasse sind noch Reste sichtbar.

Bild: Während ihre Schwestermaschine auf der Schwarzgranbahn als TU 45.001 betriebsfähig ist, ist von dieser Rába M 042 nur noch die leere Hülle vorhanden. Sie präsentiert sich am 23.8.14 in der Originalfarbgebung in Čierny Balog.


Waldbahn Smolenice:
Graf Joseph Pálffy errichtete im Jahr 1883 eine Chemiefabrik, zu deren Betrieb Holzkohle benötigt wurde, für die man das Holz mittels einer pferdebetriebenen Waldbahn mit 760 mm Spurweite aus den umliegenden Wäldern heranbrachte. Die Tiere zogen die Leerwagen bergwärts, die Talfahrt erfolgte im Gravitationsbetrieb. Das 40 km lange, weit verzweigte Netz wurde später auf 600 mm umgenagelt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es eingestellt und 1953 abgebaut.

Waldbahn Snina: Die 11 km lange Waldbahn Snina–Cichá wurde 1913 eröffnet. In den 1920er-Jahren folgten Zweigstrecken nach Malá Bystrá. Barnová, nachTrsťový jarok und weiter nach Zvorík und Malá Kamenica, sodass die größte Ausdehnung des Netzes über 50 km betrug. Es verkehrten die Lokomotiven "Ferdinand" (Henschel 11708/1912), "Otto" (O&K 5278/1905), wobei eine Maschine auf der Hauptstrecke fuhr und die andere auf dem Ast nach Zvorik, beide unterstützt durch Pferde. 1935 wurde die Strecke verstaatlicht und in den 50er-Jahren eingestellt. Von der Trasse sind noch Reste erhalten.

Waldbahn Stakčín: Die 20 km lange Waldbahn Stakčín–Hrabová Roztoka wurde in Etappen zwischen 1914 und 1926 eröffnet. Der Betrieb wurde von zwei Dampflokomotiven, einem C- und einem D-Kuppler besorgt. Neben dem Holztransport bestand beschränkt-öffentlicher Personenverkehr. In den 1930er-Jahren wurde der Betrieb eingestellt, von der Trasse sind noch Reste sichtbar.

Bild: Dieselelektrische Maschinen BNE 50 System Gebus von Stavostroj Radotín, wie sie in Šurany fuhren, in Čierny Balog.

Waldbahn Spišská Nová Ves:
Die Waldbahn Spišská Nová Ves–Novoveská Huta nahm ab 1921 in Etappen ihren Betrieb auf und erreichte zu ihrer Blütezeit eine Länge von rund 21 km, wobei eine Teilstrecke als Schrägaufzug ausgeführt war. Im Einsatz standen insgesamt acht Dampflokomotiven von Orenstein & Koppel, Krauss & Cie., Maffei, MÁVAG und ČKD, die Haupttransportgüter waren Holz und Gips. Die Einstellung erfolgte 1957.

Waldbahn Spišská Belá: Die Waldbahnstrecke Spišská Belá–Lendak stand zwischen 1920 und 1945 auf einer Länge von 14, später 15 km in Betrieb. Nach der Einstellung gelangten ihre beiden O&K- Maschinen als U45.904² und U45.905 zur Považská lesná železnica (PLŽ), wobei letztere auch deren Einstellung überlebte und im Freilichtmuseum in Pribylina erhalten blieb.

Landwirtschaftsbahn Šurany: Die Landwirtschaftsbahn der Zuckerfabrik Šurany wurde 1912 eröffnet und verfügte über ein weit verzweigtes Gleisnetz zwischen Šurany, Selice, Branč und Jatov, das zur Blütezeit über 110 km lang war. Die dort eingesetzten acht Dampflokomotiven, gebaut von Orenstein & Koppel, besorgten den Transport innerhalb des Werkes und die Anlieferung der Zuckerrüben auf vierachsigen Hochbordwagen. Überdies wurden Holz und andere Güter befördert. In der Zwischenkriegszeit begann der Einsatz von Diesellokomotiven verschiedener Bauarten. Die Einstellung erfolgte 1961, die Aufgaben der Bahn wurden von LKW übernommen.

Waldbahn Tomášov vrch: 1910 wurde die 3 km lange Waldbahn Michalovce–Zálužice erbaut, die 1922 auf insgesamt 22 km nach Tomášov potok ausgedehnt wurde. Sie war mit den Waldbahnen Remetské Hámre–Morské oko und Hnojné–Jovsa–Porubský potok verbunden. Für den Holztransport standen 14 Wagen zur Verfügung. Der Betrieb wurde 1939 vorübergehend eingestellt, jedoch später nie wieder aufgenommen.

Bild: Deutz OMZ 122F der Waldbahn Vígľaš in Čierny Balog am 6.7.08. Eine solche Lokomotive fuhr auch in Topoľčianky

Waldbahn und Landwirtschaftsbahn Topol'čany: Die Waldbahn Topol'čany–Podiel wurde im Jahr 1910 eröffnet. Den Verkehr besorgten hauptsächlich Dampflokomotiven, überwiegend von der Lokomotivfabrik Orenstein & Koppel. Der Großteil des über 45 km langen Streckennetzes diente dem Holztransport, der Abschnitt Tovarníky–Vel'ké Dvorany wurde als Landwirtschaftsbahn genutzt. Die Einstellung des letzten Teilstückes der Bahn erfolgte 1972.

Waldbahn Topoľčianky: 1916 wurde die Waldbahn Topoľčianky–Husárovo auf einer Länge von 34 km eröffnet. Sie diente vor allem zum Transport von Spreißelholz, das mit Dampflokomotiven auf vierachsigen Flachwagen befördert wurde. Nach der Einstellung wurden die Gleise demontiert, von der Strecke sind noch heute Damm- und Brückenreste sichtbar.

Landwirtschaftsbahn der Zuckerfabrik Trebišov: Die Strecke dieser Landwirtschaftsbahn wurde ca. 1912 eröffnet und nahm in der Zuckerfabrik Trebišov ihren Ausgang. Sie diente als Verbindung zu Normalspurlinie und war ca. 7 km lang.

Bild: Offene Vierachser der Museumsbahn Nitra, wie sie auf vielen Landwirtschaftsbahnen Verwendung fanden

Landwirtschaftsbahnen der Zuckerfabrik Trnava: Ausgehend von der Zuckerfabrik in Trnava erstreckte sich das Netz über Dolná Krupá, Špačince bzw. Jozefov dvor, Malženice und Bohunice nach Nižná und nach Biely Kostol. Es wurde 1917 eröffnet, 1923 erweitert und modernisiert und erreichte in seiner Blütezeit eine Ausdehnung von über 100 km. Die Traktion erfolgte mit nur ein bis drei Lokomotiven, zuletzt mit Dieselfahrzeugen. 1951 wurde auf dem Abschnitt Trnava–Biely Kostol eine Kindereisenbahn eröffnet, die nur im Sommer verkehrte und zur Erschließung des Erholungsgebietes Kamenný mlyn diente. Der letzte Zug fuhr im Jahr 1962.

Waldbahn Ubľa: Die von Eissler & Söhne erbaute, 10 km lange Waldbahn Ubľa–Sorina wurde 1929 für Lokomotivbetrieb eröffnet und in den 30er-Jahren noch um rund 500 m erweitert. Sie folgte auf die 1922 eingestellte 700 mm-Strecke Ubľa–Kosmatec, auf der Pferde die Traktion besorgten. Die Einstellung der Waldbahn erfolgte in den 1930er-Jahren.

Waldbahn Ulič:
Die 1908 erbaute Waldbahn führte vom heutigen in der Ukraine gelegenen Zabrid' über Ulič nach Nová Sedlica und Kolbasov. Die Traktion auf der 28 km langen Strecke erfolgte mit Dampflokomotiven, die das Holz zum Sägewerk am Ausgangspunkt brachten, Die Bahn wurde 1945 stillgelegt.

Bild: Der vierachsige Personenwagen Bai/u 607 stammt ursprünglich von der Strecke Frýdland v Čechách–Heřmanice, kam später nach Ružomberok, von dort auf die Wirtschaftsbahn Želiezovce und danach ins Landwirtschaftsmuseum Nitra, wo er im Jahr 2009 noch auf seine Aufarbeitung wartete

Waldbahn Žarnovica: Das erste Teilstück, die Strecke Žarnovica–Hrabicov–Pavlova Lúčka (22 km) wurde 1924-1927 erbaut, nach 1930 folgten der Abschnitt Hrabicov–Klak–Megová (8 km) und Sarkanov jarok (ca. 4 km). Die Einstellung erfolgte 1965/66, eine Maschine  kam, als U35.903 bezeichnet, auf die Čiernohronská železnica als Nr. 7³.

Waldbahn Závadka nad Hronom: Die Waldbahnstrecke Polomka–Závadka nad Hronom–Stožky wurde 1916 eröffnet. Die fünf Dampflokomotiven brachten Holz aus den umliegenden Wäldern nach Závadka. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Strecke nach Polomka eingestellt, 1963 folgte der restliche Betrieb.

Wirtschaftsbahn Želiezovce:
1897 wurde eine 10 km lange, pferdebetriebene Schmalspurbahn mit Spurweite 760 mm in Želiezovce in Betrieb genommen, der Betrieb auf einer 600 mm-Strecke im nahe gelegenen Pohronský Ruskov zur Versorgung der örtlichen Zuckerfabrik begann 1907. Im Jahr 1912 wurden die beiden Strecken verbunden und für Dampftraktion in Spurweite 760mm ertüchtigt. 1916 erfolgte die Aufstockung des Fahrparks von zwei auf vier Maschinen, in den 30er-Jahren wurden erstmalig Lokomotiven mit Verbrennungsmotor von Orenstein & Koppel eingesetzt. In seiner Blütezeit erreichte das Streckennetz eine Länge von 65 km. Die Einstellung des Betriebes erfolgte im Jahr 1971, fünf Güter- und ein Personenwagen sowie Teile der Gleisanlagen wurden für den Aufbau der Nitrianska poľná železnica im Agrokomplex Nitra verwendet.

Waldbahn Žornavý: Die Waldbahn Žornavý–Kremenec wurde zwischen 1924 und 1926 gebaut und ein Jahr später zum Bahnhof der Normalspurstrecke verlängert, wobei eine Gesamtlänge von 27 km erreicht wurde. Die Einstellung erfolgte um 1930.

(Fotos vom 6.7.2008, 20.8.2009 und 23.8.2014)



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