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Das serbische Schmalspurnetz
  
Die erste Schmalspurbahn Serbiens, die Strecke Mladenovac–Aranđelovac, wurde 1904 eröffnet und im Hinblick auf die geplante Anbindung an die von Österreich errichteten bosnischen Strecken in Spurweite 760mm ausgeführt.  Es folgten die Strecken Zabrežje–Lajkovac–Valjevo, die Ost- Westverbindung Zaječar–Čačak–Užice, Lajkovac–Čačak und weitere Flügelstrecken. Die Verbindung mit Bosnien erfolgte 1924, Belgrad wurde erst 1928 erreicht. Bis in die Fünfzigerjahre des vorigen Jahrhunderts war Belgrad einer der Endpunkte des serbischen Schmalspurnetzes, bis die Abfahrtsstation in das nahe gelegene Čukarica verlegt wurde. Neben Lokalzügen verkehrten auch Schnellzüge, die Schlafwagen mitführten und über Sarajevo bis nach Dubrovnik an der Adria fuhren. Die 760mm-Strecken wurden nach dem 2. Weltkrieg sukzessive auf Normalspur umgebaut bzw. eingestellt. 
Auch existierten in Serbien die 760mm-spurige Waldbahnen Bor–Crni Vrh, Preljina–Gorijevnica, Čičevac–Bela Reka–Stolovac und die Industriebahn des Stahlwerks Smederevo, wo zwei Satteltankloks von Porter und eine Gmeinder-Diesellok verkehrten.
Heute erinnert neben einigen Denkmallokomotiven und dem Schmalspurmuseum in Požega die wieder aufgebaute Museumsbahn Šarganska osmica an die serbische Schmalspurvergangenheit: Ein Teil der Fortsetzung der 1974 eingestellten bosnischen Ostbahn wurde ab 1999 mit staatlichen Mitteln zwischen Mokra Gora und Jatare, später bis Šargan Vitasi als Touristenattraktion wieder in Betrieb genommen. Die Verlängerung ins bosnische Višegrad wurde am 28.8.2010 eröffnet, jene nach Užice und Požega ist in Planung. Zum Einsatz kommen meist rumänische Diesellokomotiven der Baureihe L45H, jedoch sind auch einige Dampflokomotiven der Reihe 83 und 85 vorhanden und manchmal im Einsatz. In Mokra Gora steht überdies die rumänische 764-427 als Denkmal. (Fotos vom 29.5.89, 3.10.92, 5.4.02, 14.7.06 und 30.7.06)

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Der Belgrader Bahnhof, Baujahr 1884. Hier war ein Endpunkt der serbischen Schmalspurbahnen

Bahnsteigszene in Belgrad. Da der Bahnhof für den gestiegenen Verkehr zu klein wird, soll er an anderer Stelle neu gebaut werden

 

Die von 1889 bis 1918 bestehende Srpske Državne Železnice (SDŽ) beschaffte 1904 sechs Maschinen der späteren JDŽ-Reihe 72 mit den Nummern 101-106: 72-018, ex SDŽ 106, als Denkmal in Slovenske Konjice

Fünf Lokomotiven der nachmaligen JDŽ-Reihe 90 verblieben nach dem ersten Weltkrieg in der damaligen Tschechoslowakei, wovon zwei Stück noch erhalten sind: U 47.001 der JHMD, ex SDŽ 391, beim Verschub in Alt Nagelberg

 

Die 1913 in Budapest gebaute Schnellzuglokomotive 73-019 wurde von der JDŽ in Serbien im höherwertigen Personenzugdienst eingesetzt und erreichte eine maximale Geschwindigkeit von 60 km/h. Nach ihrem letzten Einsatz bei der Steinbeisbahn gelangte sie zum Club 760

Als "Mädchen für Alles" war die Baureihe 83 universell sowohl im Personen- sowie Güterzugsdienst im Einsatz: Das Bild zeigt die 83-106 als Denkmal im kroatischen Ploče. Zwei ihrer Schwestermaschinen, die 83-052 und 83-173, kamen auf die Šarganska osmica.und wurden betriebsfähig aufgearbeitet

 

Auch normalspurige Dampflokomotiven findet man auf dem Netz der Železnice Srbije (ŽS), wie hier im Bereich des Depots Belgrad

Schmalspurig ist man heute noch mit der Belgrader Straßenbahn unterwegs, wenn auch in Meterspur. Triebwagen 657 in der Haltestelle beim Bahnhof


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