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Schmalspur in Polen

Przeworsk–Dynów
Die in Galizien gelegene Strecke Przeworsk–Dynów wurde 1904 eröffnet und wies eine Gesamtlänge von 46 km auf. Sie wurde von Anfang an mit vier Lokomotiven der Reihe Uv betrieben, die ein Nachbau der 1902 für die NÖ. Landesbahnen gelieferten Maschinen waren. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die nunmehr in Polen gelegene Strecke auf 750mm Spurweite umgebaut, die Maschinen der Reihe Uv wurden erst durch Dampflokomotiven der Type Px 48 und später durch rumänische Diesellokomotiven der Reihe L45H ersetzt.

Bild: Die Originalmaschinen der Strecke Przeworsk–Dynów waren Nachbauten der NÖLB-Reihe Uv. Die ehemalige NÖLB Uv.1, später 298.205 der Österreichischen Bundesbahnen, als Museumslokomotive mit ihrer ursprünglichen Nummer auf der Ybbsthalbahn-Bergstrecke in Lunz am See (Foto vom 27.7.03)



Łupków–Cisna
Die 25 km lange ehemalige kkStB-Strecke Łupków–Cisna wurde 1898 eröffnet und anfangs mit Maschinen der Reihe U betrieben. Bald darauf wurde die Stichstrecke nach Kalnica und Beskid (12km), die später bis Wetlina und Moczarne verlängert wurde, in Betrieb genommen. Eine weitere Stichstrecke wurde von Smolnik nach Rzepedż gebaut. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die nun auf polnischem Staatsgebiet befindliche Lokalbahn auf 750mm Spurweite umgebaut. Die Lokomotiven der Reihe U wurden bis dahin komplett ausgemustert, zum Einsatz kamen Dampfloks der Reihen Kp4 und Px48, später Dieselloks der Bauart Lxd2. Schon bald wurde der Personenverkehr eingestellt und die Strecke zur Waldbahn umgewidmet, die jedoch Anfang der 90er-Jahre des vorigen Jahrhunderts eingestellt wurde. 1996 wurde die Strecke von einer Stiftung übernommen und der Touristikverkehr zwischen Cisna, Smolnik und Nowy Łupków sowie zwischen Smolnik und Rzepedż aufgenommen.
Bild: So sahen anfangs die Personenzüge auf der Strecke Łupków–Cisna aus, gebildet aus einer Lokomotive Reihe U mit achtfenstrigen Personenwagen.(Foto vom 16.7.95, Pfaffenschlag)

Chybie–Strumien
Die Strecke Chybie–Strumien wurde 1911 eröffnet und war anfangs mit 2 Dampftriebwagen, 4 Personenwagen und 4 Güterwagen ausgestattet. Die Dampftriebwagen dürften sich nicht bewährt haben und sollen gegen 2 Dampflokomotiven ausgetauscht worden sein. Nach der polnischen Unabhängigkeit wurde die Strecke 1924 in Normalspur neu trassiert. Auf der 760mm-Strecke fuhr 1925 der letzte Zug.

Hrubieszowska KD
Das 760mm-Schmalspurnetz um Hrubieszow im Osten Polens wurde 1901 als Industriebahn der Zuckerfabrik Mircze auf einer Länge von 14 km in Betrieb genommen. Kurz danach wurde die Zuckerfabrik Nieledew angeschlossen, die Länge betrug nun 25 km. Im ersten Weltkrieg wurde das Netz als Feldbahn stark erweitert, 1915 umfasste es die Strecken Dziekanów– Hrubieszów–Gozdów–Werbkowice–Łaszczów–Byków (6km), Gozdów–Uchanie (26km), Dziekanów–Matcze (14km) und Wożuczyn–Łaszczów (14km). Es bestand auch eine Verbindung nach Uhnów (heute Ukraine). Im Einsatz standen requirierte Lokomotiven aus der gesamten Monarchie, wie die Nr. 1-4 der Lokalbahn Mori–Arco–Riva und die MÁV-Type 490. In der Zwischenkriegszeit verkehrten ein bis drei Personenzugspaare mit Wagen 2. und 3. Klasse auf Teilen des Netzes. Die bisher hölzernen Brücken wurden durch solche aus Stein ersetzt, die Bahnhöfe und Haltestellen erhielten Aufnahmegebäude und im Bahnhof Hrubieszów wurde ein Wasserturm errichtet. Im 2. Weltkrieg diente die Bahn als unverzichtbarer Nachschubweg für die deutschen Truppen, wobei ein Teil der Strecke Gozdów–Uchanie abgebaut und die Linien Łaszczów–Witków (22km) sowie Dziekanów– Strzyżów (5km) neu errichtet wurden. In den 50er-Jahren wurde das System auf 750mm umgespurt und bis in die 90er-Jahre des vorigen Jahrhunderts auf eine Länge von 12 km rückgebaut. Heute ist der Betrieb eingestellt, ein Teil der Anlagen ist noch vorhanden.
Bild: Im 1. Weltkrieg kamen die Maschinen der MÁV-Reihe 490 auf der Hrubieszowska KD zum Einsatz. Das Bild zeigt 490,057 im Ungarischen Schmalspurmuseum Nagycenk (Foto vom 13.4.08)