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Strecken in Italien

Mori–Arco–Riva
Die 24 km lange Lokalbahn Mori–Arco–Riva lag in einem der bedeutendsten Fremdenverkehrsgebiete im Trentino und wurde 1891 eröffnet. Es verkehrten vier Lokomotiven der Steyrtalbahntype, welche wegen der Mitbenützung von Straßen mit einem Triebwerksschutz ausgestattet waren. Um 1910 wurden Überlegungen zur Umspurung auf Normalspur angestellt, 1925 gelangte eine Verlängerung der Schmalspurbahn nach Rovereto zur Ausführung. Die Betriebseinstellung erfolgte 1936, die wichtige Verbindung zum Gardasee wurde von Autobussen übernommen. Die Lokomotive MAR 1 "Arco", die wie ihre Schwestern MAR 3 "Lago di Garda" (später JDŽ 183-001) und MAR 4 "Pinzolo" verschrottet wurde, verkehrte auch auf der Fleimstalbahn. Interessant ist die Geschichte der MAR 2 "Riva": Im ersten Weltkrieg gelangte sie nach Polen auf die Hrubieszowska KD, nach Ungarn und später nach Rumänien, wo sie bis 1975 auf der Strecke Alba-Iulia–Zlatna als 395.104 Dienst tat. Sie kam später nach Österreich, wurde an den Zoo in Omaha/USA weiterverkauft und dort auf einer 2' 6" -Strecke wieder in Betrieb genommen.. 
Bild: Die Maschinen der Lokalbahn Mori–Arco–Riva entsprachen der Steyrtalbahntype, besaßen aber einen Triebwerksschutz: Das Bild zeigt die Steyrtallokomotive 4 "Molln" in Obergrafendorf.  (Foto vom 29.5.89)



Ferrovia della Val di Fiemme/ Fleimstalbahn
Schon 1910 wurde die Planung für eine Verbindung von der Brennerbahn ins Val di Fiemme aufgenommen, durch den Ausbruch des 1. Weltkriegs kamen jedoch alle Aktivitäten in dieser Richtung zum Erliegen. Erst als das Militär dringend Nachschubwege an die Dolomitenfront benötigte, begann 1916 der Bau einer Heeresfeldbahn von Auer, der als größter Schmalspurbahnhof der Monarchie angelegt wurde, mit spektakulärer Trassenführung über zahlreiche Brücken und Tunnels sowie eine Kehrschleife nach Castello. Die Traktion besorgten vorerst die Maschinen "Aflenz", die zuvor beim Bau des Arlbergtunnels eingesetzt war, sowie die Lok "Arco" der Lokalbahn Mori – Arco – Riva. 1917 folgten starke Dampflokomotiven der Bauart Mallet mit der Achsfolge 1C´C´ von Henschel. Sobald der erste Abschnitt in Betrieb ging, erfolgte der Bau der Verlängerung nach Predazzo Süd, die 1918 vollendet wurde. 1919 wurde die Strecke, nun in Italien gelegen, von der FS (Ferrovie dello Stato) übernommen und nach Predazzo Centro verlängert. Somit betrug die Gesamtlänge nunmehr 50,5 km, es wurde Personen- und Güterverkehr, vor allem Holz, durchgeführt. Im gleichen Jahr kamen zwei Dampflokomotiven der Ferrovia della Val Gardena (Grödnerbahn) auf der Strecke zum Einsatz. Veranlasst durch das hohe Defizit der Bahn wurde die Strecke 1929 elektrifiziert und auf Meterspur umgebaut. Die Malletmaschinen wurden nach Sardinien verkauft, ausgenommen die 6036, die umgespurt wurde und in Auer verblieb. Durch die elektrische Traktion konnte die Fahrzeit stark verkürzt werden und die Fleimstalbahn blieb bis zur Einstellung im Jahr 1963 praktisch unverändert in Betrieb. Heute ist die Trasse ein beliebter Radweg in der touristisch sehr aktiven Südtiroler Region.
Bild: Zwischen 1919 und 1929 verkehrten die späteren R410.001 und 002 der Grödnerbahn auf der Fleimstalbahn. Das Bild zeigt das letzte erhaltene Exemplar dieser Reihe, die R410.004, als Denkmal in St. Ulrich (Foto vom 3.9.08)

Die Dolomitenbahn Toblach–Cortina d´Ampezzo–Calalzo
Im ersten Weltkrieg wurde das Gebiet um Calalzo, Toblach (Dobbiaco) und Cortina d´Ampezzo von mehreren Feldbahnen in den Spurweiten 700, 750 und 760 mm durchzogen. Diese dienten hauptsächlich dem Nachschub zur Dolomitenfront. 1917 wurden die Strecken einheitlich auf 760mm umgespurt und nach dem Ende der Kampfhandlungen im Jahr 1920 mit Spur 950mm als durchgehende, dampfbetriebene Lokalbahn wieder in Betrieb genommen. 1929 wurde die Bahn elektrifiziert und schließlich 1962/63 stillgelegt.