Home Aktuell Strecken Fahrzeuge Fotos International Modellbahn
. Waldbahnen in Kroatien

In Kroatien existierten rund 30 Waldbahnen, von denen ein Großteil in der Spurweite 760 mm ausgeführt war. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Holztransport sukzessive auf LKW umgestellt und die Strecken eingestellt. Heute ist keine davon mehr in Betrieb.

Andrijevci–Kasnica: Ausgehend vom Regelspurbahnhof Andrijevci erstreckte sich das Netz dieser Bahn über 50 Kilometer. Die Traktion erfolgte mit einem Budapester Dreikuppler mit dem Namen "Lenka".
Baričevac–Zmijević: Die 7 km lange Waldbahn besaß eine C-gekuppelte Dampflokomotive mit dem Namen "Poljakinja".
Brestovac–Podgarić: Den Gesamtverkehr auf dieser 29 km langen Strecke bewältigte eine Dampflokomotive des Typs RIIIc, gebaut in Budapest
Brosanski Novi–Majdan: Auf der Waldbahn standen neun Dampflokomotiven im Einsatz, die Strecke verfügte über eine Gesamtlänge von 48 km.
Bročice–Trstika: Die Traktion auf der 8 km langen Waldbahn Bročice besorgte der C-Kuppler Nr. 1350 von Krauss/Linz.

Bild: Nur kurz währte der Einsatz der Lokomotive "Kincses" in Kroatien, bevor sie wieder in ihre Heimat Ungarn überstellt wurde: Hier steht sie im Schmalspurmuseum in Nagycenk als Schaustück. (Foto vom 13.4.08)

Daruvar–Damir Kapija:
Die 11 Kilometer lange Strecke nahm ihren Ausgang im Normalspurbahnhof Daruvar und wurde mit dem Arader C-Kuppler F.Nr. 130 betrieben
Drenovac–Bogdanovac: Die im Papukgebirge gelegene Waldbahn war 7 km lang
Dragalić–Južni Psunj: Die 14 Kilometer lange Strecke begann im Regelspurbahnhof Dragalić. Die Züge bespannte der B-Kuppler "Javornik" von Jung
Garčin–Ilijanska:Die 5 km lange Waldbahn hatte in Garčin Anschluss an die Regelspurstrecke und verwendete einen O&K C-Kuppler namens "Branko"
Godinjak–Tisovac: Die 1910 erbaute, 10 km lange Waldbahn transportierte Holz zur Verladestelle auf die Normalspurbahn am Ausgangsort, wo sich auch das Depot befand. Die Loren wurden von Dampflokomotiven bergwärts gezogen, die Talfahrt erfolgte mittels Gravitation
Kuruzovac–Maljani: Diese Waldbahn verfügte über eine Streckenlänge von 7 Kilometern
Kutina–Kutinica: Der vom Normalspurbahnhof Kutina ausgehenden, 17 Kilometer langen Strecke stand ein Budapester C-Kuppler namens "Samoborka" zur Verfügung, der von der Lokalbahn Zagreb–Samobor stammte und dort die Nr. 8 trug
Lasinja–Crna Draga: Betrieben mit einem Budapester C-Kuppler, ex Tanninfabrik Našice, erreichte die Strecke eine Länge von 11 km
Lipovljani–Posavina: Die 29 km lange Strecke hatte am Ausgangspunkt Anschluss an die Normalspurstrecke und besaß einen O&K-Dreikuppler namens "Jablanac"
Maja–Popov Gaj: Die 26 km lange Waldbahn hatte einen Lokomotivbestand von vier Stück verschiedener Herkunft. In Maja bestanden Umladeeinrichtungen auf die Regelspurstrecke
Majur–Šamarica: Auf der 36 km langen Waldbahn mit Normalspuranschluss am Ausgangspunkt verkehrten mehrere Dampflokomotiven, gebaut von Krauss/Linz und Budapest

Bild: Der Bahnhof Pitomača, ehemaliger Ausgangspunkt einer ca. 30 Kilometer langen Waldbahn

Mikanovci–Merolino Die 12 km lange Waldbahn besaß am Ausgangspunkt einen Anschluss an die Normalspurstrecke Vinkovci–Strizivojna-Vrpolje. Die Züge bespannte ein C-Kuppler von Krauss/München mit der Fabriksnummer 7278
Novoselec Križ–Samarica:
Dieser Waldbahn standen fünf Lokomotiven zur Verfügung, die die Traktion auf der 80 km langen Strecke verrichteten. In Novoselec bestanden Umladeeinrichtungen auf die Normalspurstrecke Dugo Selo–Kutina
Novska–Novska brdo: Der Verkehr auf der 11 km langen Strecke wurde von einer Dampflokomotive bewältigt
Okučani–Psunj–Stavča/Prašnik
Die Traktion auf der 40 km langen Waldbahn besorgten Drei- und Vierkuppler von Jung bzw. Budapest. In Okučani konnte auf normalspurige Wagen umgeladen werden
Pakrac–Zvečevo: Mit einer Länge von 77 km gehörte diese Strecke zu den längsten in Kroatien. Die Traktion besorgten mehrere C- und D-Kuppler, in Pakrac bestand ein Normalspuranschluss
Pitomača–Trokut: Die 30 km lange Strecke nahm direkt neben dem Bahnhof Pitomača ihren Ausgang. Im Einsatz standen die JDZ 80-004 und die Lokomotive 5 der Lokalbahn Zagreb–Samobor
Pivnica–Kuzma: Obwohl nur 13 km lang, besaß auf dieser Waldbahn zwei Dampfokomotiven. Die Umladung auf die Normalspur erfolgte in Pivnica
Plaški–Krasnica: Die Traktion auf der 12 km langen Strecke besorgten ein Zwei- und ein Vierkuppler. In Plaški bestand ein Regelspuranschluss
Sekulinci–Budanica: Diese im Papukgebirge gelegene Waldbahn erreichte eine Streckenlänge von 25 km
Sirač–Jankovac Potok:
Bespannt von einem Maffei-Dreikuppler erreichten die Züge nach 19 km Fahrt den Normalspurbahnhof am Ausgangspunkt
Spačva–Lože: Das Waldbahnnetz um den Normalspurbahnhof Spačva erreichte eine Länge von 33 km und wurde von mehreren Dreikupplern befahren
Velika Pisanica–Čađevac: Die 12 km Lange Strecke wurde mit einem Dreikuppler von Jung betrieben
Veliki Grđevac–Česma:
Ein Zwei- und ein Dreikuppler besorgten den Gesamtverkehr auf dieser 32 km langen Waldbahn
Voćin–Trešnjevica/Jovanovica: Diese zwei Waldbahnstrecken erreichten eine Gesamtlänge von 18 km
Vojnić–Jarčevac: Auf dieser 30 km langen Waldbahn verkehrten C- und D-Kuppler, die das geschlagene Holz zur Verladung nach Vojnić brachten
Vrata–Rogozno: Ausgehend vom Regelspurbahnhof Vrata erreichte die Strecke eine Länge von 10 km. Die Traktion der Züge besorgte eine dreifach gekuppelte Dampflokomotive
Wirtschaftsbahn Beli Manastir:
Das 150 km lange Netz erschloss das Gebiet um Beli Manastir bis zur Donau. Transportiert wurde Holz, Kohle, Ziegel und landwirtschaftliche Produkte, wofür 11 Dampf-, eine Holzgas- und eine Diesellokomotive im Einsatz standen

Pionierbahn Zagreb

Bild: Lokomotive der Pionierbahn Zagreb, die zuvor in Pakrac, Đurđenovac und Samobor eingesetzt war (Foto vom 5.7.10)

Die Pionierbahn wurde 1948 zwischen Dubrava und Slanovec auf einer Länge von 6 km mit einer Spurweite von 760 mm eröffnet. Sie diente ursprünglich zur Erschließung der Stadt der Pioniere (heute Stadt der Jugend), stellte aber auch eine wichtige öffentliche Verkehrsverbindung dar. Die Bahn besaß vier gemauerte Gebäude und drei Brücken. Im Einsatz stand neben anderen Maschinen der Vierkuppler "Papuk" von Orenstein & Koppel, (Fabriksnummer 12080, Baujahr 1930), der von der Lokalbahn Zagreb–Samobor kam und schließlich als Denkmal in Granešina aufgestellt wurde. 1964 wurde die Strecke eingestellt und durch eine Buslinie ersetzt. Heute ist die Trasse noch großteils erhalten, sogar einige Schienen sind noch aufzufinden.
Ab 1947 existierte in Zagreb auch eine Pionierbahn zwischen Maksimir und Dubrava mit einer Spurweite von 600 mm.