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Das bosnische Schmalspurnetz
Bosnien ist die Wiege der Spurweite 760mm. Schon 1879 wurde die erste Strecke der Bosnabahn Slavonski Brod–Zenica als militärische Feldbahn aus dem Material, das zuvor zum Bau der Normalspurstrecke Timişoara–Orşova verwendet wurde, eröffnet. Der weitere Ausbau erfolgte ab 1882: Es entstanden die Zweigstrecken von Lašva über den Komarsattel (Zahnradstrecke) nach Donji Vakuf und Jajce. Auch die Hauptstrecke wurde nach Sarajevo und von dort sowohl Richtung Osten nach Serbien (bosnische Ostbahn) mit den Zweiglinien Ustiprača–Miljevina und Međeđa–Priboj als auch über den Ivanpass (ebenfalls eine Zahnradstrecke) und Mostar nach Dalmatien weiter geführt. Eine der ersten Maschinen, die "Rama", Baujahr 1873, gelangte ins Eisenbahnmuseum Požega in Serbien. Auf den bosnischen Schmalspurbahnen verkehrten neben Lokalzügen auch Schnellzüge, die Schlafwagen mitführten. Auch die erste Straßenbahnstrecke in Sarajevo wurde von 1885 bis 1960 in Bosnaspur betrieben.
Neben der 400 km langen Steinbeisbahn, der Krivaja-Waldbahn Zavidoviċi–Olovo–Kušace und der Usoratalbahn Doboj–Pribiniċ existierten zahlreiche weitere Wald- und Industriebahnen, wie in Banoviċi (in Betrieb), Busovača, Miljevina, Zenica, Mostar, Ključ, Sana, Brod na Drini, Magliċ, Janj, Živinice, Ugar, Bila, Žepa und Ilidža. Die Schmalspurstrecken wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sukzessive auf Normalspur umgebaut bzw. eingestellt, wobei einige Zeit die Normal- und Schmalspurbahn parallel fuhren. Heute erinnert neben einigen Denkmallokomotiven und der Industriebahn Banoviċi die wieder aufgebaute Museumsbahn von Višegrad ins serbische Mokra Gora und die Šarganska osmica in Serbien an das früher über 2000 km lange jugoslawische Schmalspurnetz. (Fotos vom 4.8.85, 10.7.87, 2.2.89, 20.6.89, 19.10.91, 7.6.92, 14.8.05, 30.7.06, 23.8.07, 26.7.08, 25.10.08 und 20.7.13)
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So war es einmal - Bosnischer Schmalspurzug im Museum Ljubljana



Die 1913 in Budapest gebaute Schnellzuglokomotive 73-019 erreichte eine maximale Geschwindigkeit von 60 km/h. Nach ihrem letzten Einsatz bei der Steinbeisbahn gelangte sie zum Club 760

Als "Mädchen für Alles" standen die Lokomotiven der Baureihe 83 universell sowohl im Personen- sowie Güterzugsdienst im Einsatz: 83-106 als Denkmal im kroatischen Ploče

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Von der insgesamt 182 Stück umfassenden Baurehe 83 sind heute noch einige Exemplare erhalten: Das Bild zeigt die 83-076 des Club 760 noch vor ihrer Hauptausbesserung und dem nachfolgenden Einsatz auf der Zillertalbahn Von der Industriebahn Banovići stammt die 83-180, wo sie vor Kohlezügen Verwendung fand. Das Bild zeigt sie als Nostalgielokomotive auf der Feistritztalbahn in Birkfeld
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Für die Zahnradstrecken über den Ivanpass und den Komarsattel wurden die Zahnradmaschinen der JŽ-Reihe 97 bei der Lokomotivfabrik Floridsdorf beschafft: 97-028 als Exponat im Eisenbahnmuseum Ljubljana

Die 97-019, ausgestellt in der Lokwelt Freilassing (D): Sie trägt auf der Führerseite ihre ursprüngliche Nummer IIIc 719. Weiters sind die 97-029 in Frojach beim Club 760 und die 97-036 in Travnik in Bosnien erhalten

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Einige JŽ-Diesellokomotiven wurden nach der Einstellung der Strecken in ihrem Heimatland ins Ausland verkauft: Rahmen der 740-106 in Weiz

Die 740-023 kam als VL 22 zu den Steiermärkischen Landesbahnen. Das Bild zeigt sie auf der heute nicht mehr bestehenden Thörlerbahn

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Auch die ehemalige 740-024 gelangte als VL 23 zu den Steiermärkischen Landesbahnen

Die 740-007, nach einem Umbau 1982 als D 10 auf der Zillertalbahn im Personen- und Güterverkehr im Einsatz, im Bahnhof Mayrhofen

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Die Personenwagen waren recht einheitlich konstruiert: Ein Wagen dritter Klasse im Eisenbahnmuseum Ljubljana.
Klick zum Wageninneren...

Ein Personenwagen kam, schon zum Mannschaftswagen mit der Nummer U 86 450 umgebaut, nach Österreich zur Taurachbahn. Das Bild zeigt ihn abgestellt in Mauterndorf

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Personenwagen 4. Klasse der Bosnabahn, der später als D 50 zur Lokalbahn Mixnitz–St. Erhard kam, in Kienberg-Gaming
Dreiachsiger Dienstwagen De 5359. Fahrzeuge dieser Type waren in Bosnien einst weit verbreitet
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Dreiachsiger gedeckter Güterwagen 30193. An der Schiebetür die Aufschrift "20 Männer, vier Pferde" Ein dreiachsiger Niederbordwagen im Eisenbahnmuseum in Ljubljana


Ein kurzes Stück Zahnstangengleis System Abt, ebenfalls im Museum Ljubljana


»760net


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