Home Aktuell Strecken Fahrzeuge Fotos International Modellbahn
Wald- und Industriebahnen in Ungarn
In Ungarn hat eine recht stattliche Anzahl von Waldbahnen (Állami Erdei Vasutak, ÁEV) und Wirtschaftsbahnen (Gazdasági Vasutak, GV) in Spurweite 760mm bis heute überlebt. Sie dienen vornehmlich dem Touristikverkehr, in den meisten Fällen findet kein Gütertransport mehr statt. Der große Rest ist jedoch heute eingestellt und abgetragen.

Wirtschaftsbahn Ádánd: Die Wirtschaftsbahn Ádánd lag nahe dem Plattensee und transportierte hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte. Das 16 km lange Netz bestand neben der Hauptstrecke aus den Zweiglinien nach Oroszimajor, Máriamajor, Pélpuszta und Siópart. Ein Personenwagen kam nach Kemence.
Wirtschaftsbahn Algyő:
Auf der 760mm-spurigen Wirtschaftsbahn Algyő bestand aus der 30 km langen Hauptstrecke Algyő–Sövényháza, von der mehrere kurze Stichstrecken abzweigten. Hier verkehrte von 1953 bis 1954 die Lokomotive GV 3719, Type C 50, die später ins Schmalspurbahnmuseum Kecskemét

Wirtschaftsbahn Baktalóránthaza: Die östlich von Nyíregyháza gelegene Wirtschaftsbahn bestand aus der 5 km langen Strecke über Bogya nach Flóratanya sowie einer 2 km langen Zweigstrecke.

Bild: Eine der in Bodajk eingesetzten Maschinen der Baureihe 492 mit dem Namen András kam auf die
Museumsbahn Nagycenk. Sie wurde 1924 in der Lokomotivfabrik Budapest unter der Fabriksnummer 4756 gebaut.(Foto vom 13.4.08)

Wirtschaftsbahn Barcs:Auf der nur 3 km kurzen Landwirtschaftsbahn Barcs–Drávaerdeipuszta, die vorwiegend zum Transport lokaler Agrarprodukte in Verwendung stand, war nach dem 2. Weltkrieg eine zweiachsige Dampflokomotive von Orenstein & Koppel in Betrieb.
Bergwerksbahn Bodajk: Auf der Bergwerksbahn Bodajk, deren Netz sich über 40 km nach Balinka und Gánt erstreckte, wurden zur Bespannung der langen Lorenzüge anfangs Pferde, später Dampflokomotiven unterschiedlicher Typen eingesetzt, unter anderem die Lokomotive Kinczes, die danach ins Schmalspurmuseum Nagycenk kam. In Bodajk bestand eine Verladeanlage auf die Normalspurbahn. Die letzte Strecke wurde 1972 eingestellt, eine der bis zuletzt eingesetzten Maschinen der Baureihe 492 mit dem Namen András kam danach auf die Museumsbahn Nagycenk. Die Minen wurden zum Erlebnispark, in Gánt entstand ein Museum des ehemaligen Bauxitbergbaus.
Wirtschaftsbahn Csanádpalota: Auf der 11,5 km langen Strecke verkehrten Diesellokomotiven der Typen MD-2, B 26 und C 50,
von denen die GV 3751 als CDH08-403 in Pörböly auf der
Waldbahn Gemenc zur Aufstellung kam.
Waldbahn Dalmand: Die Strecke der Waldbahn Dalmand war 7 km lang und wurde zuletzt von Maschinen der Reihe C50 befahren. Die ehemalige M-16 kam später auf der Waldbahn Kaszó als C50-402.
Waldbahn Devecser: Die 14 km lange Strecke Devecser–Sárosfő wurde 1925-1930 erbaut. 1951-54 wurde eine Verbindung zur Bauxitbahn Félix hergestellt und das Holz zur MÁV-Station Kolontár abgeführt. Die Traktion besorgte eine Lokomotive Typ MD-2, es standen 14 Plattformwagen und 14 Holztrucks zur Verfügung. Die Einstellung erfolgte 1966.

Industriebahn Dorog: Für den Transport von Sand stand die in der Zwischenkriegszeit eröffnete elektrische Industriebahn Dorog auf drei Strecken mit einer Gesamtausdehnung von rund 14 km in Betrieb.  Es verkehrten Kipper, die von vierachsigen Ganz-Elektrolokomotiven mit Scherenbügel gezogen wurden. Für den Verschub standen zweiachsige Maschinen mit Rollenstromabnehmern zur Verfügung. Die Stillegung erfolgte zwischen 1985 und 1995, von der ehemaligen Strecke sind noch fast die komplette Trasse, Brücken, Viadukte sowie der ehemalige Lokschuppen vorhanden.
Wirtschaftsbahn Enying: Die 8 km lange Strecke der Wirtschaftsbahn Enying verband ihren Ausgangspunkt nahe des Balaton mit Nagykustyánpuszta. Die Strecke ist heute eingestellt.
Wirtschaftsbahn Ercsi: Eine typische Wirtschaftsbahnen mit Personenverkehr war die Strecke in Ercsi südlich von Budapest. Hier wurden nach dem Ende der Dampftraktion die GV 3743 und die GV 339 eingesetzt. Für den Personenverkehr standen zuletzt die typischen Nachkriegspersonenwagen mit asymmetrischer Fensterteilung zur Verfügung. Die Strecke ist heute eingestellt.

Bild: C 50-403, ex GV 3713 aus
Dombóvár, später Balatonfenyves, Villány und Sárszentmihály, C50-410, ex M-2 aus Felsőtárkány, C 50-406, ex GV 3707 aus Balatonfenyves, später Dombóvár, Iregczemcse und Lepsény, und C 50-404, ex GV 3760 aus Lepsény und Dombóvár, vor dem Depot in Csömödér (Foto vom 12.9.08)

Wirtschaftsbahn Farád: Die zwischen Sopron und Győr gelegene Wirtschaftsbahn Farád verband auf einer Länge von 3,9 km ihren Ausgangspunkt mit Ostffymajor und verfügte über eine nur 300 m langen Zweigstrecke.
Waldbahn Galgamácsa: Die Waldbahn Galgamácsa–Megyerke puszta–Kőbánya wurde in den 1920er-Jahren auf einer Länge von 8 km zur Abfuhr des in Megyerke geschlagenen Holzes zur MÁV-Station Galgamásca erbaut, wobei den Betrieb Diesellokomotiven der Type MD-2 besorgten. 1948 sank die Transportleistung durch die verstärkte Straßenkonkurrenz, 1963 wurde die Strecke stillgelegt. Wirtschaftsbahn Görögszállás: Die 4 km lange Strecke verband Görögszállás, Máriamajor und Férenctanya.

Wirtschaftsbahn Gyula: Eine typische Wirtschaftsbahn mit Personenverkehr war die Strecke in Gyula östlich von Békéscsaba. Die einst öffentliche Strecke wurde 1918 eingestellt, da sie aufgrund der ungarisch-rumänischen Grenzziehung großteils dem Nachbarland zugesprochen wurde. Im Jahr 1926 wurde mit den noch auf der Strecke vorhandenen Personenwagen ein Pferdestraßenbahnbetrieb eingerichtet. 1928 erfolgte die Wiedereröffnung als Wirtschaftsbahn. In den 50er-Jahren wurden die bis dahin vorherrschenden Dampflokomotiven durch Diesellokomotiven der Reihe C 50 ersetzt. Unter anderem verkehrten die GV 3726 und GV 304, später GV 3704, die als C 50-405 zur Waldbahn Csömödér kam. Für den Personenverkehr standen zuletzt die typischen Nachkriegspersonenwagen mit asymmetrischer Fensterteilung zur Verfügung. Die Strecke ist heute eingestellt.
Landwirtschaftsbahn Hatvan: Auf der 3,8 km langen Strecke Hatvan–Gombos verkehrten Lokomotiven der Typen B 26 und C 50, von denen die GV 3773 später die Züge auf der Kindereisenbahn Tiszakécske bespannte.
Landwirtschaftsbahn Helvécia: Die Strecke der 760mm-spurigen Landwirtschaftsbahn Helvécia nahe des Bahnhofs Törökfai der Schmalspurbahn Kecskemét–Kiskunmajsa/Kiskőrös war 7,5 km lang.
Bergwerksbahn Hird: Auf dem insgesamt 21 km langen Streckennetz standen Dampflokomotiven unterschiedlichen Typs im Einsatz, unter anderem die heutige 394,023.
Landwirtschaftsbahn Ihász: Die Strecke Ihász–Kisacsád war 3 km lang.
Wirtschaftsbahn Iregszemcse: Auf der 15,5 km langen Wirtschaftsbahn Iregszemcse–Nagykónyi fuhren ursprünglich zwei Dampflokomotiven der Reihe 394. Von 1963 bis 1964 stand die GV 3707, danach C50-406 auf der Waldbahn Csömödér, in Betrieb, ebenso verkehrte die GV 3778, die in Nagycenk erhalten blieb. Die Einstellung der Strecke erfolgte 1971.
Industriebahn des Aluminiumwerks Iszkaszentgyörgy: In dem Aluwerk nahe Székesfehérvár bestand eine 760mm-spurige Industriebahn, auf der die später in Nagycenk ausgestellte Lokomotive "Kincses" verkehrte.

Bild: GV 304, später GV 3704, gebaut für die Wirtschaftsbahn Gyula, später in Oroszlány, Mohács,
Dombóvár, Kaposvár und Balatonfenyves im Einsatz, als C50-405 auf der Waldbahn Csömödér  (Foto vom 12.9.08)

Wirtschaftsbahn Jánkmajtis: Im äußersten Nordosten Ungarns, an der Grenze zu Rumänien, lag die Wirtschaftsbahn Jánkmatis–Kölcse mit ihrer 17 km langen Strecke.
Wirtschaftsbahn Kisszállás: Das 4 km lange Netz bestand aus zwei Strecken
Waldbahn Kaposfő: Das insgesamt 9 km lange Streckennetz bestand aus der Hauptlinie Kaposfő–Mezőczokonya und einer kurzen Zweigstrecke.
Bergwerksbahn Kolontár: Nördlich des Plattensees lag die Werksbahn des Bauxitbaus Kolontár, die über eine Streckenlänge von ca. 12 km verfügte.
Steinbruchbahn Komló: Die 4 km lange Strecke im Süden Ungarns ist heute eingestellt.
 
Wirtschaftsbahn Koroncó: Auf der Wirtschaftsbahn Koroncó bei Győr verkehrte von 1960 bis 1966 die Lokomotive GV 3719, Type C 50, die später ins Schmalspurbahnmuseum Kecskemét kam. Die Strecke bestand aus der 7 km langen Verbindung nach Győrszemere und einer 2km langen Nebenstrecke. 
Wirtschaftsbahn Lepsény: Die ca. 60 km langen Wirtschaftsbahn Lepsény nahe dem Balaton besaß sechs Streckenäste und erstreckte sich bis Dég, Soponya, Kisláng, Szabadbattyán und Mátyásdomb. Es fuhren die GV 3760, GV 3704 und GV 3707, die als C 50-404 bis 406 auf die Waldbahn Csömödér kamen.
Landwirtschaftsbahn Mád: Das nur 2,8 Kilometer lange Streckennetz der Landwirtschaftsbahn Mád umfasste zwei Streckenäste, auf denen hauptsächlich Maschinen des Typs C 50 eingesetzt wurden.
Bergbaubahn Mátraszőlős: Die Bergbaubahn Mátraszőlős verfügte über eine 6 km lang Hauptstrecke nach Pásztó und eine rund 2 km lange Nebenstrecke nach Elágazás. Die Eröffnung erfolgte um 1900, die Einstellung 1980.
Waldbahn Mesztegnyő: Die südlich des Balaton gelegene Waldbahn Mesztegnyő wurde 1925 eröffnet und wurde mit Dampflokomotiven betrieben. Ende des 2. Weltkrieges wurde die Traktion auf Pferde umgestellt, bis mit der Lokomotivreihe C50 der Dieselbetrieb Einzug hielt, der bis heute besteht.

Bild: Die Lokomotive Kincses, ex H. Freund & Sohn, Batajnica, Bauxitgrube Gánt, Alu Iszkaszentgyörgy und Schweinemastanstalt Nagytétény, als Schaustück im
Schmalspurmuseum Nagycenk (Foto vom 20.6.03)

Wirtschaftsbahn Mezőlak: Die Wirtschaftsbahn Mezőlak erreichte mit einer Gesamtlänge von über 30 km Mihályháza, Szelmeső, Kéttornyúlak, Assonyfapuszta und Máthyusháza.
Waldbahnen um Mohács: Die ersten Bahnstrecken in den Donauauen bei Mohács wurden zwischen 1905 und 1910 eröffnet. Nach und nach entstanden die Karapancsai vasút, die die umliegenden Ortschaften mit Holz versorgte und keinen Personenverkehr aufwies, die Mohácser Inselbahn, die den Fekete-erdő (Schwarzwald) erschloss, die Pandúr-Inselbahn, auf der Lokomotiven der Reihen MD-40 und Hoffer G-35 verkehrten, die Feketeerdő vasút und weitere Strecken. Ein Teil des Systems war auch die Waldbahn Gemenc, auf der ein Teil der Fahrzeuge der in den 60er- und 70er-Jahren stillgelegten übrigen Strecken weiter verwendet wurde.

Wirtschaftsbahn Nagymaros: In den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts plante die ungarische Regierung den Bau eines Großkraftwerks an der Donau bei Nagymaros. Hierfür wurde auch eine Werkbahn errichtet, die in Márianosztra mit der Strecke aus Szob verbunden war. Das Kraftwerk wurde nie vollendet, die Fahrzeuge wurden auf Strecken in ganz Ungarn verteilt oder ausgemustert: Mk48 2024 kam später nach Nyíregyháza ein Kipper ins Museum in Kecskemét.
Industriebahn der Schweinemastanstalt Nagytétény: Im Areal der Schweinemastanstalt verkehrte eine Industriebahn, auf der kleine Zwei- und Dreikuppler mit Zügen, gebildet aus kurzen, zweiachsigen Loren, fuhren. Die Maschine "Kincses" blieb erhalten und kam als Schaustück ins Schmalspurmuseum Nagycenk.

Wirtschaftsbahn Nagyvenyim: Das 55 km lange Netz der Wirtschaftsbahn Nagyvenyim bestand aus zwölf Strecken und erreichte eine Ausdehnung bis Nagykarácsony, Bernátkút, Ménesmajor und Mélykút.
Wirtschaftsbahn Nyírbogdány: Die 7 km lange Wirtschaftsbahn Nyírbogdány verband ihren Ausgangspunkt mit Kápolnatanya.
Bergbaubahnen Oroszlány und Pusztavám: Die jüngste Wirtschaftsbahn Ungarns wurde 1952 in Oroszlány, südlich von Tatabánya gelegen, auf einer Länge von 8 km eröffnet und diente dem Kohletransport. 1955 wurde der Personenverkehr eingeführt. Ab 1958 verkehrten die Mk48 1008,die Mk48 1010 und die Mk48 2005, die als Mk48-411 zur Waldbahn Szilvásvárad kam, was zur Ablöse der Dampflokomotiven der Reihe 490 führte. Auch Maschinen der Type C 50 standen im Einsatz, die GV 3704 kam unter der Nummer C 50-405 nach Csömödér. 1962 wurde eine Verbindung nach Pusztavám geplant, wo seit der Zwischenkriegszeit zwei Strecken nach Ismeretlen bánya und Külfejtés mit einer Gesamtlänge von ca. 5 km existierten, die aber nicht zustande kam. 1964 wurde die Strecke in Oroszlány eingestellt, 1971 folgte das Netz von Pusztavám.

Bild: Die Mk48 2005 der Wirtschaftsbahn Oroslány als Mk48-411 auf der
Waldbahn Szilvásvárad (Foto vom 14.8.08)

Landwirtschaftsbahn Öttevény: Die 25 km lange Landwirtschaftsbahn Öttevény verkehrte nordwestlich von Győr auf drei Streckenästen und erreichte Mosonszentmiklós und Lébény. Sie verfügte über Verladeanlagen an der Normalspurstrecke Győr–Hegyeshalom. Transportgut waren landwirtschaftliche Produkte wie Milch, die nach Budapest versandt wurden, aber auch Baustoffe. Heute ist die Strecke eingestellt, es sind aber noch zwei eiserne Brücken erhalten. Die im Schmalspurmuseum Nagycenk ausgestellte Lokomotive "Hany Istók", 1923 unter der Fabriksnummer 10726 bei Orenstein & Koppel gebaut,  verkehrte hier. Später kam sie zur staatlichen Waldbahn Csömödér, wo sie die Nummer 357,314 trug.
Fischzuchtbahn Pat:
Der Betrieb auf der 21 km langen Fischzuchtbahn Pat erfolgte mit Pferdetraktion. Kurze Plattform- und Kipploren standen für Fischcontainer für Setzlinge oder verkaufsfertigen Fisch zur Verfügung. Die Strecke von  Zalakomár nach Tölöspuszta dienten zum Holztransport. Die Gleisanlagen sind heute noch teilweise vorhanden.

Kohlenbahn Pilis: Die erste Eisenbahn im Kohlenrevier Pilis war wahrscheinlich 760mm-spurig und wurde mit zwei Maschine der Type MD-2 und zweiachsigen Kohlenloren betrieben. Die Eröffnung erfolgte 1942, die Strecke verlief von der Grube István zur Grube Borbála, wo die Kohle gelagert wurde. Die Einstellung erfolgte bereits 1948, als die Strecke durch eine elektrische 580mm-Grubenbahn ersetzt wurde. Länger hielt sich die nur 2 km lange Strecke in Pilisvörösvár.
Waldbahn Réde: Die 18,5 km lange Waldbahnstrecke Bakonybánk–Réde–Lesaljapuszta–Csatka und die 5 km lange Nebenstrecke wurden 1910 eröffnet. In Bakonybánk bestand eine Anbindung an die Normalspurbahn. Die Einstellung erfolgte 1956.
Bergwerksbahn Sajószentpéter: Im Norden Ungarns lagen die Strecken der Bergwerksbahn von Sajószentpéter zur Zeche Alacska, die zwischen 1935 und 1980 auf einer Länge von 2 km in Betrieb stand, sowie Sajószentpéter– Haricavölgy mit einer Streckenlänge von 12,5 km, die um 1900 eröffnet und ebenfalls 1980 eingestellt wurde.
Landwirtschaftsbahn Sárosd: Die Strecken von Sárosd nach Darumajor und Sabadegyháza waren 9 km lang.

Bild: Die betriebsuntauglichen Maschinen der Bergbaubahn Sárszentmihály, abgestellt im Bereich des Sägewerks in Csömödér. (Foto vom 12.9.08)

Bergbaubahn Sárszentmihály: Die 5 km lange Werksbahn Sárszentmihály wurde 1954 eröffnet und transportierte Kalk im Bergbau in Sárszentmihály nahe Székesfehérvár. Es verkehrten Lokomotiven der Type C 50, von denen eine als C 50-403 zur Waldbahn Csömödér kam, der Rest wurde ebendort betriebsuntauglich hinterstellt. Die Strecke wurde 1991 eingestellt, die Mine schloss 1997.
Bergbaubahn Sarvaskő: Bei Eger lag die Bergbaubahn Sarvaskő, die um 1900 auf einer Streckenlänge von ca. 4 km zwischen Almar und Sarvaskő in Betrieb genommen wurde. 1935 erfolgte eine Verlängerung um ebenfalls rund 4 km nach Eger. Die Bahn wurde um 1985 eingestellt.
Wirtschaftsbahn Selyp: Die Wirtschaftsbahn Selyp besaß eine 15 km lange Hauptstrecke und die 5 km lange Petőfibánya-Zweigstrecke, die um 1900 eröffnet und um 1980 stillgelegt wurden. Zwei Lokomotive des Typs C50 blieben bei der Kindereisenbahn Tiszakécske und in Nagycenk erhalten.

Waldbahn Simongát: Die erst 1970 erbaute, 27 km lange Waldbahn transportierte Holz zum MÁV Bahnhof Simongát. Im Einsatz standen Maschinen der Type C 50 aus Dombóvár. Die Einstellung erfolgte 1979.
Landwirtschaftsbahn Simontornya: Das 13 km lange Netz der Landwirtschaftsbahn Simontornya westlich von Paks verfügte über vier Strecken
Wirtschaftsbahn Süttő: Auf der 25 km langen Waldbahn Süttő östlich von Komárom verkehrten hauptsächlich Dampflokomotiven, die von Diesellokomotiven der Type C 50 unterstützt wurden. Eine der dort eingesetzten Maschinen war die GV 3719, die danach ins Schmalspurmuseum Kecskemét gelangte. Für den Personenverkehr standen Wagen mit Eigenbaukästen, aufgebaut auf vierachsigen Untergestellen, zur Verfügung. Die Strecke ist heute eingestellt. 
Wirtschaftsbahn Szeghalom: Auf dem über 100 km langen Netz, das sich bis Kertészsziget, Akasztó und Bucsa ausdehnte, verkehrten Maschinen der Reihe C 50, unterstützt von den kleineren B 26.
Wirtschaftsbahn Szegvár:Die Wirtschaftsbahn Szegvár verkehrte zwischen Szegvár und Árpádhalom auf einer Länge von 33 km. Das Haupttransportgut stammte von einem Steinbruch, zwischen Nagymágocs und Árpádhalom bestand auch Personenverkehr. 1971 erfolgte die Schließung, 1972 wurde die Strecke großteils abgetragen. Heute finden auf dem noch vorhandenen ca. 10 km langen Reststück gelegentlich Publikumsfahrten statt.

Bild: 394,023, die ehemalige Nr. 2 der
Wirtschaftsbahn Mezőhegyes, später MÁV, Wirtschaftsbahn Ercsi, Bergwerksbahn Hird und Ziegelfabrik Szurdokpüspőki, bei ihrem Einsatz auf der Museumsbahn Nagycenk Nach ihrer Überstellung nach Nyíregyháza kam die Maschine zur Waldbahn Debrecen. (Foto vom 20.6.03)

Werkbahn der Zuckerfabrik Szerencs: Die Zuckerfabrik Szerencs besaß eine 760mm-spurige Industriebahn, die 1972 eingestellt wurde. Einige Fahrzeuge blieben aber bis 2004 auf dem Fabriksgelände abgestellt, darunter auch eine Maschine der Type B-26. Diese Baureihe sollte ab 1948 den Betrieb auf den zahlreichen Wirtschaftsbahnen (GV) modernisieren, erwies sich aber als zu schwach und wurde bald an diverse Industriebahnen abgegeben oder verschrottet. Die C02-203 der Waldbahn Lillafüred ist das letzte erhaltene Exemplar dieser Reihe in Ungarn.
Werkbahn der Ziegelfabrik Szurdokpüspőki: Auf der 4,5 km langen Werkbahn der Ziegelfabrik Szurdokpüspőki, nördlich von Hátvan gelegen, stand der kleine Dreikuppler, der später als 394,023 nach Nagycenk, Nyíregyháza und Debrecen kam, im Einsatz. Er war dort nach seinem Einsatz in Mezőhegyes und bei der MÁV ab 1966 in Betrieb.

Wirtschaftsbahn Taktaharkány: Die 25 km lange Wirtschaftsbahn Taktaharkány führte über Ujvilag nach Megyaszó. Im Einsatz stand ursprünglich eine Brigadelok, die 1952 von der GV 3737 (Typ C50) abgelöst wurde.
Landwirtschaftsbahn Tápiógyörgye: Das ca. 10 km lange Netz der Landwirtschaftsbahn Tápiógyörgye verband ihren Ausgangspunkt mit Újszilvás. Eine Zweigstrecke stellte die Verbindung nach Ábrahámtelep her.
Landwirtschaftsbahn Tápiószecső:
Die 8 km lange Strecke verband Tápiószecső mit Tóalmás.<
Landwirtschaftsbahn Tápiószele: Das 16 km lange Streckennetz der Landwirtschaftsbahn Tápiószele erreichte Sőregpuszta, Tulahegy major und Tápiňszentmárton. Im Einsatz standen Maschinen des Typs C 50. Wirtschaftsbahn Tapolca: Von 1943 bis 1982 verkehrte die Wirtschaftsbahn Tapolca in der Nähe des Balaton auf einer Länge von 8 km. Es standen Dampflokomotiven der Reihe 490 sowie Diesellokomotiven der Typen LOWA V10C mit den Nummern D23-001, 002 und 003 im Einsatz. Die Strecke ist heute abgetragen und der Verbleib der Lokomotiven unbekannt, Trassenreste und der ehemalige Lokschuppen sind aber noch erhalten.

Bild: GV 3773, ex Wirtschaftsbahnen Hatvan, Selyp und Tarnaszentmiklós fuhr zuletzt auf der
Kindereisenbahn Tiszakécske (Foto vom 12.8.08)

Bergbaubahn Tardona: Das 15 Kilometer lange Netz der Industriebahn umfasste drei Strecken
Wirtschaftsbahn Tarnaszentmiklós:
Die Wirtschaftsbahn Tarnaszentmiklós bestand aus der 9 Kilometer langen Hauptstrecke nach Hatronygos, von der ein 3 Kilometer langer Ast nach Pély abzweigte. Der Betrieb wurde hauptsächlich von Maschinen des Typs C 50 getragen, von denen die GV 3773 danach auf der Kindereisenbahn Tiszakécske fuhr. Überdies standen je eine MD-2 und eine B 26 im Einsatz.
Wirtschaftsbahn Tiborszállás:
Von der 4 Kilometer langen Hauptstrecke der an der rumänischen Grenze gelegenen Wirtschaftsbahn Tiborszállás zweigte eine ca. 1 km lange Zweiglinie ab.
Wirtschaftsbahn Tiszalúc:
Die 18 Kilometer lange Strecke der Wirtschaftsbahn begann beim MÁV-Bahnhof Tiszalúc und führte über Szabóhomok nach Nagycseger. Die Züge bestanden aus kleinen Loren, die von Pferden gezogen wurden. Nach der Einstellung des Betriebes wurden Teile des Materials bei der Werksbahn der Zuckerfabrik Szerencs weiter verwendet.

Fischzuchtbahn Tömörkeny: In Tömörkeny besteht eine Fischzuchtbahn, die heute noch Güterverkehr betreibt. Hier verkehren Lokomotiven der Type C 50, unter anderem die GV 5711. Für die ausgefallenen Transportaufgaben stehen hier, ähnlich wie in Hortobágy, kurze Plattform- und Kipploren für Fischcontainer für Setzlinge oder verkaufsfertigen Fisch zur Verfügung.
Wirtschaftsbahn Újszentmargita:
Die Hauptstrecke der Wirtschaftsbahn Újszentmargita verfügte über eine Länge von 11 km, die Zweigstrecke nach Újszentmargita war 2 km lang. Sie diente dem Transport landwirtschaftlicher Produkte.
Wirtschaftsbahn Úrkút:Im Anschluss an die 600mm-Grubenbahn des Manganbergbaues Úrkút bestand eine etwa 5 km lange 760mm-Industriebahn, die das gewonnene Material mittels Kipploren zur Verladestation der MÁV in Ajka-Felsőcsinger transportierte. Im Einsatz standen Lokomotiven der Type C 50, von denen die GV 3719, die hier von 1956 bis 1960 und von 1971 bis 1990 eingesetzt war, ins Schmalspurmuseum Kecskemét kam. Besonders interessant waren die Dreischienengleise 600/760mm im Bereich des Bergwerks. Die Einstellung der Industriebahn erfolgte 1990. 
Waldbahn Vajszló: Die Waldbahn Vajszló wurde 1924 in einer Spurbreite von 760mm erbaut und mit Pferdetraktion betrieben. Durch die geplante Einführung des Lokomotivbetriebs erfolgte 1952 die Umspurung auf 600mm.

Bild: GV 3719, gebaut für die Wirtschaftsbahn
Mezőhegyes, später in Algyő, Balatonfenyves, Kapuvár, Koroncó, Sarkad und Úrkút im Einsatz, im Schmalspurmuseum Kecskemét (Foto vom 1.7.06)

Wirtschaftsbahn Várpalota: Auf der Wirtschaftsbahn Várpalota westlich von Székesfehérvár verkehrten einige Maschinen der Type C 50,  unter anderem die GV 5711. Die Strecke ist heute eingestellt.
Industriebahn Vinye:
Die noch bestehende Industriebahn Vinye verfügt über drei Diesellokomotiven, die früher auf einem ca. 6 km langen Streckennetz verkehrten. Heute steht die Bahn selten in Betrieb, die Strecke ist großteils eingestellt.
Wirtschaftsbahn Villány: Die Wirtschaftsbahn Villány bei Pécs verwendete seit den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts Lokomotiven der Reihe C50. Eine ihrer Maschinen, die GV 5705, die dort von 1964 bis 1970 in Betrieb war, hat überlebt und kam unter der Nummer C50-403 zur Waldbahn Csömödér. Seit 2011 befindet sich eine Touristikbahn im Aufbau, für die eine Reihe von Güterwagen aus
Nyíregyháza bei Palkonya hinterstellt wurden.
Waldbahn Visegrád: Die Waldbahn Visegrád wurde 1921 vom Verladebahnhof an der Donau ins Apátkúlti-Tal auf einer Länge von 5,3 km für den Holztransport errichtet. Die Einstellung erfolgte 1932.

Weitere Strecken:

Pferdetramway Budapest: Im Jahr 1893 wurde die Pusztaszentmihályi közúti vasút eröffnet, deren Strecke mit einer Gesamtlänge von 2,8 km vom Bahnhof Cinkotai Nagyicce zur Ilona utca führte. Ihr Fahrpark bestand aus 13 Pferdebahnwagen und einem Güterwagen. Die Einstellung erfolgte 1913.

Budapest–Szentlőrinc: Die Vorortebahn Budapest–Szentlőrinc wurde 1887 als erste Strecke in Ungarn mit einer Spurweite von 760mm auf einer Länge von 7,5 km in Betrieb genommen. Die einer Straßenbahn ähnliche Trasse führte von der Pester Altstadt zum Ziegelwerk in Szentlőrinc. Es verkehrten kleine Dampflokomotiven, die die bis über 10 Wagen langen Personenzüge bespannten. Aufgrund der regen Inanspruchnahme gelangte die Bahn bald an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit und wurde 1900 durch eine normalspurige Straßenbahn ersetzt.
 



.